Baumschutz auf Baustellen: Teil 3

Baumschutz auf Baustellen: Teil 3

Lösungen

Warum ist der Baumschutz auf Baustellen überhaupt notwendig, wenn immer wieder zu hören ist, dass «Wurzeln alles kaputt machen». Das kommt unbestritten vor, ist aber nicht die Regel. Die Ursache bleibt häufig ungeklärt und genau an dieser Stelle wird es interessant. Wurzeln sind nämlich lenkbar, wenn bekannt ist, was sie eigentlich suchen und woraus sich am Standort diesbezügliche Probleme ergeben.

Das Wachstumsverhalten von Wurzeln wird neben dem Wasser- und Sauerstoffangebot der Bodenmatrix auch von Widerständen fester Körper beeinflusst. Die räumliche Trennung zwischen Baumstandort und anderen Variablen wie Gebäude, Strasse und Werkleitung ist hierfür ganz entscheidend und sollte im Sinne der Nachhaltigkeit mehr Berücksichtigung in der Projektplanung finden. Mittels Wurzelführungen und unterirdischen Wurzelraumerweiterungen kann grundsätzlich viel gegen später störende Wurzeln getan werden. Ziel muss sein, die Wurzeln von heiklen Bereichen ab- bzw. wegzulenken.

Ersatzpflanzungen bieten viel Potenzial

Vor allem neu angelegte Baumstandorte eröffnen ganz neue Perspektiven im Umgang mit Bäumen auf Baustellen. Neben der richtigen Baumartenwahl, spielt vor allem die Beschaffenheit des Standortes eine wichtige Rolle. Wenn beispielsweise das durchwurzelbare Bodenvolumen zu knapp bemessen ist, wird das Gehölz im wahrsten Sinne des Wortes bald an seine Grenzen stossen. Dies führt je nach Toleranzschwelle des jeweiligen Gehölzes zu einer stagnierenden Entwicklung bis hin zum Totalausfall. Es reicht also nicht, kurzerhand ein Loch auszuheben und den Baum darin seinem Schicksal zu überlassen.

Bei jeder Baumpflanzung sollten klare Vorstellungen darüber herrschen, welchen Ansprüchen das Gehölz langfristig genügen muss und welche Grundlagen dafür geschaffen werden müssen. Das schliesst gehölzspezifische Reaktionen mitein, die sich über die Jahrzehnte mit Baumentwicklung ergeben.

 

Was macht ein nachhaltiges Bau(m)management aus?

  • Erhebung des Baumausgangszustandes
  • Abklärung der generellen bzw. projektbezogenen Erhaltenswürdigkeit
  • Ermittlung der erforderlichen Schutzmassnahmen
  • Erstellung von Baumschutzkonzepten
  • Baumschutzkontrolle und Dokumentation
  • Fachliche Begleitung in allen Planungs- und Bauphasen
  • Budgetierung und Koordination notwendiger Baumschutzmassnahmen
  • Konzipierung zukunftsträchtiger Baumstandorte
  • Unterirdische Abtrennung des Baumstandortes von infrastrukturellen Einrichtungen
  • Schadensermittlung bzw. Schadensersatzberechnung bei Bauschäden